Ladungssicherung

VDI 2700

General Cargo und Getränketransport.

Blatt 6 - Zusammenladung von Stückgütern 
Die Richtlinie beschreibt neben den Methoden der Ladungssicherung die Eigenschaften der Fahrzeugaufbauten und die Hilfsmittel für den Transport von Stückgut. Als Besonderheit des Stückguts wird erwähnt, dass es meistens nicht einheitlich ist, besonders beim Sammelladungsverkehr. Deswegen kommt dem Zusammenfassen der Packstücke zu größeren Ladeeinheiten eine besondere Bedeutung zu. Das heißt, einzelne Teile werden zusammengebunden und idealerweise mit einem Ladungsträger wie Palette oder Behälter versehen.

Beim vertikalen Stapeln von Ladungseinheiten ist auf die Druck-Belastbarkeit der einzelnen Lage zu achten. Insgesamt ist die ordnungsgemäße Lastverteilung des jeweiligen Fahrzeugs einzuhalten. Auch sollten die Fahrzeugaufbauten bzw. das Transportmittel den Normen DIN EN 12642 Code XL und 283 Wechselbehälter entsprechen.

Blatt 12 - Ladungssicherung von Getränkeprodukten. 
Blatt 12 der Richtlinie behandelt die Ladungssicherung von Getränkeprodukten und Zubehör (z. B. Kühlautomaten, Zapfanlagen) auf Fahrzeugen mit Standardaufbauten und besonders festen Aufbauten nach DIN EN 12642-Code XL. Bei Letzteren kann auf zusätzliche Ladungssicherungsmaßnahmen verzichtet werden, wenn eine formschlüssige Komplettladung vorliegt. Der Aufbau kann in diesem Fall sämtliche Kräfte aufnehmen. Bei nicht vollständiger Beladung müssen die Kräfte durch Sperrstangen und -balken oder Abstandshaltern, Zurrgurten oder -netzen abgefangen werden. Beim Stapeln der Ladegüter ist auf eventuell notwendige Zwischenpaletten und die Druckbelastbarkeit der unteren Ladeeinheiten zu achten. Besonders bei Mischladungen mit unterschiedlich festen Gebinden ist durch flächige Abstützung eine Verformung des Ladegutes zu verhindern.

Papier- und Stahltransport. 

Blatt 19 - Ladungssicherung für gewickeltes Band aus Stahl, Bleche und Formstahl.
Aufgrund der sehr hohen Gewichte, die bei Stahlgütern am Fahrzeugchassis anliegen, behandelt diese Richtlinie das Thema Lastverteilung und Sicherung sehr detailliert. Prinzipdarstellungen, Tabellen und Berechnungsformeln zur Lagerung und Standsicherheit der Ladung sowie eine Auflistung der Begriffsbestimmungen von Blechen und Formstahl mit den unterschiedlichen Handelsformen und Paketierungen zeigen die Komplexität in diesem Bereich. Immer wieder ist zu beachten, dass punkt- oder linienförmige Krafteinleitungen in das Fahrzeug vermieden werden müssen, eventuell muss zur Lastverteilung mit Kanthölzern vermittelt werden. 

Die wichtigsten Hilfsmittel zur Ladungssicherung sind Steckrungen und  Schwerlast-Zurrpunkte mit Zurrkette. Hoch belastbare Zurrmittel – Ketten, Drahtseile, Gurte – werden hier im Detail vorgestellt, von den unterschiedlichen Bauformen und Materialien bis hin zu den Kennzeichnungslabeln zur Identifikation.

Die Eigenarten jeder Trans- portaufgabe zu erkennen, ist der erste Schritt.Bei schweren Gewichten können kleine Details große Auswirkungen haben.

Blatt 9 - Ladungssicherung von hart gewickelten Papierrollen
Das Blatt 9 der Richtlinie behandelt nur Papierrollentransporte auf reinen Straßenfahrzeugen, ohne intermodale Transporte, also Verladung der Trailer auf Bahn oder Schiff – dafür sind gesonderte Vorschriften z. B. der Bahn zu beachten. Auch bezieht sich diese Richtlinie ausschließlich auf hart gewickelte Papierrollen und behandelt nicht palettierte Formatpapiere oder weich gewickelte Rollen wie z. B. Hygienepapiere. 

Die Gleitreibbeiwerte für Papierrollen liegen je nach Materialkombination zwischen μ = 0,25 und 0,4 sodass trotz des hohen Gewichts in jedem Fall eine zusätzliche Sicherung vorgenommen werden muss, mindestens mit rutschhemmenden Materialien. Es sollte nur rutschhemmendes Material zum Einsatz kommen, das für Papierrollentransporte zugelassen ist. Sehr detailliert werden in dieser Richtlinie die Bedingungen bei unterschiedlicher Anordnung der Rollen dargestellt: Allein stehende Rollen, im Verbund gerade oder versetzt und liegend angeordnet. Bei liegenden Rollen ist sowohl das Verrutschen als auch das Verrollen zu berücksichtigen.