Ladungssicherung

Die Aussagen der technischen Regelwerke

Je konkreter die in § 22 StVO geforderten „anerkannten Regeln der Technik“ werden, desto klarer wird, dass sich die Vorgaben der verschiedenen Organisationen zur Ladungssicherung teilweise überschneiden und ergänzen. Deshalb ist es möglich, Sattelauflieger zu bekommen, die dem Regelwerk der VDI Richtlinie 2700, der Daimler-Richtlinie 9.5 und der DIN EN 12642 Code XL gleichzeitig entsprechen.

VDI 2700
Der Verein Deutscher Ingenieure hat in seiner Richtlinien-Reihe VDI 2700 anerkannte Regeln der Technik zu zahlreichen Themen der Ladungssicherung herausgegeben, die jeweils in einem Blatt geregelt sind. Es gibt Blätter zur VDI 2700 über Zurrkräfte (2), Lastverteilungsplan (4), Stückgut (6), kombinierten Ladungsverkehr (7), Papierrollen (9), Betonstahl (11), Getränke (12), Coils (19) und weitere Themen. Die Schriftenreihe wird ständig erweitert.



DIN EN 12642
Die europäische Norm DIN EN 12642 gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und der Schweiz und beschreibt die Mindestanforderungen an die Aufbauten von Nutzfahrzeugen über 3,5 t. Sie beinhaltet eine festere Stirnwand (0,5 x Nutzlast), Heckwand (0,3 x Nutzlast) und Seitenwände (0,4 x Nutzlast), die sich – z. B. aufgrund einer besonders scharfen Kurvenfahrt – nicht mehr als 30 cm ausbeulen dürfen, bevor sie wieder in ihren ursprünglichen, am Fahrzeugrahmen anliegenden Zustand zurückkehrt. Eine durchgehende Zurrlochung im Außenrahmen sowie verstärkte Versionen bei den Planen und Rungen sowie mindestens 2 Reihen Aufsatzlatten aus Holz oder Alu gehören weiterhin zur Ausstattung.
Die Markierung Code XL bezeichnet dabei die besonders hohe Stabilität des Fahrzeugaufbaus im Unterschied zur Bezeichnung Code L, die Aufbauten mit geringerer Festigkeit kennzeichnet.
Code XL mit dem Zusatz „für den Getränketransport geeignet“ bezeichnet einen Fahrzeugaufbau, der den besonderen Ansprüchen an den Transport von Brunnenpaletten bzw. Fassware gerecht wird. Der Fahrzeugaufbau zeichnet sich durch verstärkte Seitenplanen mit 24 enger zusammenstehenden Buckles sowie einer verstärkten Dachplane mit Holmverstärkung aus. Außerdem gehören verstärkte Getränkerungen und 4 Reihen Alu-Aufsatzlatten zur Code-XL-Drink-Ausstattung.

 

Die Regeln werden konkret.

 Daimler 9.5
Der Sinn der Daimler Richtlinie 9.5 ist der möglichst störungsfreie Transport von und zu den Werken der Daimler AG und beinhaltet verbindliche Methoden zur Ladungssicherung. Die Richtlinie baut auf den gesetzlichen Vorschriften zur Ladungssicherung (StVO / StVZO und HGB) auf. Zur Fahrzeug-Ausstattung für eine korrekte Ladungssicherung gehören eine Stirnwand geprüft mit 0,5 x Nutzlast, eine Hecktür geprüft mit 0,3 x Nutzlast und 2 Paar Drehstangenverschlüsse, verstärkte Dach- und Seitenplanen mit 24 Tyride Buckles sowie mindestens 3 Paar verstärkte Rungen sowie 4 Reihen Aufsatzlatten in Holz oder Alu und ein Palettenanschlag. Die Daimler Richtlinie 9.5 wird zunehmend bei allen Transporten im Automotive Bereich angewendet.