Ladungssicherung

Zurrmittel und Ösen - Für jeden Zweck das richtige Mittel.

Zu den Zurrmitteln gehören Zurrgurte aus Gurtbändern, Zurrketten aus einer Rundstahlkette und Zurrdrahtseile. Sie werden mit Ratschen, Winden, Spannschlössern, Kettenzügen und anderen Spannelementen vorgespannt. Die Verbindung zu den im Laderaum fest verbundenen Zurrpunkten, wie Ösen u. Ä. geschieht über Elemente wie Zurrhaken, Schäkel und ähnliche Verbindungen.

Identifikation des richtigen Arbeitsmittels.
Die Kennzeichnungen auf Zurrmitteln sind genormt. An den Gurten befindet sich ein Etikett, das über die Eigenschaften Auskunft gibt. Die Angaben zur Belastbarkeit sind in daN (deka-Newton) angegeben, das kann vereinfachend mit kg gleichgesetzt werden (es entspricht der Gewichtskraft, die auf eine Masse von 1 kg wirkt).

  • normale Handkraft (SHF) 
    Diese Kraft muss an der Spannvorrichtung (Ratsche) aufgebracht werden, um die normale Vorspannkraft zu erreichen.
  • normale Vorspannkraft (STF)
    Diese Kraft erzeugt die Spannvorrichtung im Gurt, nur per Hand bedient – ohne Hilfsmittel wie einer Verlängerung des Hebels. Wie viel davon beim Niederzurren auf die Ladung wirkt, hängt davon ab, in welchem Winkel der Gurt gespannt ist.
  • maximal aufnehmbare Kraft (LC)
    Mit diesem Wert darf der Gurt maximal im geraden Zug belastet werden, z. B. beim Direktzurren. Wird der Gurt als Schlinge eingesetzt, verdoppelt sich dieser Wert.
Abschätzen der notwendigen Anzahl der Gurte:
Beim Niederzurren sollten die gesamten STF-Werte aller Gurte mindestens dem Gewicht der Ladung in Kg entsprechen. Bei niedrigen Gleit-Reibbeiwerten kann die erforderliche Vorspannkraft ein Mehrfaches des Ladungsgewichtes betragen. 


Nur gültige Zurrmaterialien verwenden. 
Alle Gurte müssen ein Etikett mit den Angaben zur Belastbarkeit tragen und müssen der Norm DIN EN 12 195, Teil 2, „Zurrgurte aus Chemiefasern” entsprechen. Weiterhin sind ein Identifikationscode, das Herstelldatum, die Länge des Gurtes und die max. Dehnung angegeben. Die Farben der Etiketten (nicht der Gurtbänder) geben einen Hinweis auf das Material:
Blau = Polyester (PES)
Braun = Polypropylen (PP)
Grün = Polyamid (PA)
Weiß = andere Werkstoffe

Handhabung der Zurrmittel.
Ladungssicherung soll schnell gehen. Dazu müssen die notwendigen Hilfsmittel schnell bereitstehen und in einem einwandfreien Zustand sein. Am Besten ist für die Lagerung ein fest dafür vorgesehener Platz, an dem alle Zurrmittel verstaut werden. So lassen sich auch jederzeit die notwendigen Kontrollen durchführen, um verschlissene oder beschädigte Mittel auszusortieren.

Haken und Zurrösen bzw. Zurrlochung müssen bauartlich aufeinander abgestimmt sein.Haken und Zurrösen bzw. Zurrlochung müssen bauartlich aufeinander abgestimmt sein.Spannratschen erzeugen schnell und sicher die notwendigen Zurrkräfte. Das geschieht je nach Bauart der Ratsche durch Ziehen oder Drücken des Hebels.Das zwischen den Dachholmen angebrachte Sliding Lashing System ermöglicht eine individuelle Ladungssicherung. Verschiebbare Retainer nehmen Ladungssicherungsgurte auf. So können die diese auf jede beliebige Position im Laderaum verschoben werden.Bei Nichtgebrauch oder Beladung werden die Ladungssicherungsgurte einfach verschoben, bzw. durch die Retainer unter das Dach gezogen, so bleibt der Laderaum frei. Das Zurrgurtetikett gibt Auskunft über die maximale Zugbelastung und über das verwendete Material.Verstauen der Ladungssicherungs-Hilfsmittel in einer Staubox im Boden der Ladefläche ...Ladungssicherung kann nur so gut sein, wie der Zustand der Sicherungsmittel.
Tipps für die Praxis

Kontrollieren Sie die Oberfläche des Ladebodens. Verunreinigungen von Sand können zu einer Verringerung des Reibungswiderstandes führen. Im Zweifel: Fegen!

Oder Sie verwenden ein rutschhemmendes Material, wie z. B. Antirutschmatten

Beachten Sie beim Niederzurren, dass Sie die Ladung nicht beschädigen Wenn die Ladung nachgibt (Karton o. Ä.), geht auch Vorspannkraft verloren.

Verteilen Sie Zurrmittel gleichmäßig über die zu sichernde Ladung.

Verwenden Sie Zurrgurte nicht über die Höchstzuglastkraft.

Verdrehen oder knoten Sie Zurrgurte nicht.

Spannen Sie Zurrgurte nicht über scharfe Kanten oder verwenden Sie einen Kantenschutz.

Spannen Sie nach einer gewissen Fahrtzeit nach.

Vermeiden Sie Zurrwinkel unter 30°.

Beachten Sie das Verbot von unzulässigen Verlängerungen des Ratschenhebels-


Kontrollieren Sie die Zurrmittel vor jedem Gebrauch auf Verschleiß oder Beschädigung. Zurrgurte ohne Prüfschild sollten nicht eingesetzt werden.