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Premiere zur IAA: Langträgerstabilität und Tragfähigkeit erhöht
Mit neuer Fertigungstechnologie auf dem Sprung zu globalem Wachstum

Horstmar, September 2014 – Rund 30 Millionen Euro hat Schmitz Cargobull allein im letzten Geschäftsjahr im Stammwerk Altenberge in den Aufbau einer völlig neuen Langträgerfertigung investiert. „Ohne Schweißnaht wird der Träger aus einem Rohling kaltgeformt“, erklärt Vorstandsvorsitzender Ulrich Schümer anlässlich der Pressekonferenz zur IAA Nutzfahrzeuge 2014. Ende Juli startete die Serienfertigung in Altenberge und im Oktober steht auch das Werk in Wuhan kurz vor dem Serienanlauf. Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat der Marktführer wieder kräftig zugelegt: „Die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge stieg auf 45.300 Einheiten. Auch der Umsatz wuchs um 7,5 Prozent auf 1,625 Mrd. Euro.“

Die neue Fertigungstechnologie des Langträgers im Chassismodul löst das herkömmliche Schweißen weitgehend ab und schafft wesentliche Vorteile sowohl für die Kunden als auch im Produktionsprozess. Materialspannungen in Folge der hohen Wärme, die beim Schweißen entsteht, werden vermieden. „Der Träger aus einem Stück erhöht die Qualität und Präzision“, erklärt Vorstand Ulrich Schöpker. Auf Grundlage der seit Jahren bewährten Bolztechnik lassen sich mit dem neuen Fertigungsverfahren die Langträger relativ spät auf die Kundenwünsche anpassen.

Produktpalette standardisiert: 20 statt 280 Trägervarianten
Im Rahmen der Einführung des neuen Verfahrens hat das Entwicklungsteam zudem die gesamte Variantenvielfalt nochmals reduziert. „Von bisher zirka 280 geschweißten Varianten sind jetzt etwa 20 Träger im rollierenden Verfahren übrig geblieben“, erklärte Schöpker. Die alten sowie die neuen Produktionslinien laufen zunächst parallel, aber schon bis Ende 2014 sollen bis zu 75 Prozent der Langträger mit dem neuen Verfahren der Kaltverformung gefertigt werden.

Neueste Langträger-Technologie auch in China
Allein in die eigenständige Entwicklung der neuen Technologie hat Schmitz Cargobull etwa zehn Millionen Euro investiert. Mit diesem Technologievorsprung war die Entscheidung klar, dass auch am neuen Standort Wuhan in China diese neuesten Fertigungsprozesse zum Einsatz kommen. „Die dafür benötigten Anlagen sind in dieser Dimension bisher einmalig. Wir haben sie baugleich entwickeln und fertigen lassen“, berichtet Vorstand Andreas Schmitz, der seit August 2013 in China lebt und den Aufbau der Produktion sowie des Lieferanten- und Vertriebsnetzes vor Ort koordiniert. Seit der Grundsteinlegung für das neue Werk im chinesischen Wuhan im Herbst 2013 laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Seit Ende Juni 2014 steht die Halle und im Oktober 2014 startet die Serienproduktion. Zeitgleich werden Zulieferer sowie Produktionsmitarbeiter geschult und auf den Start der Serienproduktion im Oktober 2014 vorbereitet. Noch in diesem Jahr sollen die ersten 500 Fahrzeuge aus der chinesischen Produktion an Kunden in China ausgeliefert werden – und dieses nur zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Joint -Venture Vertrages mit der Dongfeng Motor Group im November 2012. Bei der Komplexität des Vorhabens macht sich die detaillierte Vorbereitung bezahlt. „Den Zeitvorsprung vor anderen Wettbewerbern aus Europa und Amerika wollen wir nutzen, um im sich entwickelnden chinesischen Trailer-Markt zügig eine führende Rolle zu erobern“, so Andreas Schmitz.

Ziel: Zehn Prozent Marktanteil in China
Insgesamt 100 Mio. Euro werden beide Partner in Wuhan investieren. Im für Schmitz Cargobull relevanten Markt der Trailer werden jährlich 175.000 bis 200.000 Auflieger zugelassen. Bis 2018/2019 peilt das Unternehmen einen Marktanteil von zehn Prozent an. „Die Fahrzeuge müssen wesentlich robuster sein als für den europäischen Markt. Wir haben deshalb ein völlig neues Produkt entwickelt“, so Schmitz. Mittelfristig werden diese Fahrzeuge auch in angrenzenden Märkten beispielsweise in der Mongolei angeboten. Bei voller Auslastung können im Werk Wuhan bis zu 40.000 Fahrzeuge im Jahr gebaut werden.

Mitarbeiterzahl im Konzern steigt
Nach der Absatzsteigerung im Geschäftsjahr 2013/2014 von 40.616 auf 45.362 Fahrzeuge (plus 11,7 Prozent) rechnet der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schümer mit weiterem Wachstum. Im aktuellen Geschäftsjahr wird ein Umsatz von zirka 1,8 Mrd. € und einem Fahrzeugabsatz von 48.900 Fahrzeugen angepeilt. „Unser klares Ziel ist es, die Marktbelebung in Süd- und Westeuropa auch zur Stärkung und weiteren Steigerung der Markt- und Technologie Führerschaft zu nutzen“, so Schümer. Von der Markterholung profitiert auch die Anzahl der Mitarbeiter in den deutschen Standorten. In Gotha entstanden bereits 110 neue Stellen in der Stahlmuldenfertigung. Die Zahl der insgesamt 5.093 Beschäftigten (inklusive Leiharbeitnehmer) zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs wird, bei der erwarteten Absatzsteigerung, weiter steigen.

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