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Produktion in Wuhan (China) startet planmäßig
Zehn Prozent Marktanteil in fünf Jahren ist das Ziel

Horstmar, September 2014 – Fast parallel zu IAA in Hannover, im Oktober 2014, wird Schmitz Cargobull die Serienfertigung im neuen Trailerwerk im chinesischen Wuhan starten. „Wir liegen exakt im Plan“, berichtet Vorstand Andreas Schmitz anlässlich der Pressekonferenz zur IAA. Er selbst ist seit Mitte 2013 vor Ort, um den Aufbau der Produktionslinie, die Lieferantenauswahl und das Personalmanagement zu koordinieren. „Bis zum Jahresende werden wir in Wuhan etwa 250 Mitarbeiter beschäftigen.“ Produktionsziel 2014: 500 Fahrzeuge.

Die Arbeiten kommen gut voran. Seit Ende Juni steht die neue Halle. „Im Oktober rechnen wir mit dem Beginn der Serienproduktion“, markiert Andreas Schmitz den nächsten Schritt. Offensichtlich zahlt sich detaillierte Vorbereitung der 100-Millionen-Euro-Investition jetzt aus. Es gibt keine Verzögerungen und die Kooperation mit der Dongfeng Motor Group trägt Früchte. „Wir nutzen chinesische Zulieferer und teilweise auch Lieferanten, mit denen wir auch in Deutschland zusammenarbeiten“, berichtet Andreas Schmitz. Die Lieferantenqualifizierung läuft auf Hochtouren.

In Wuhan wächst ein Automotive-Cluster
Der Standort Wuhan ist mit acht Mio. Einwohnern eine der zehn größten Städte Chinas und als Standort für gut ausgebildete Mitarbeiter sehr attraktiv. Wegen der verkehrstechnisch günstigen Lage zwischen Shanghai, Beijing und Hongkong siedeln sich dort immer mehr Automotive-Unternehmen an. Bis Ende 2013 hatte Schmitz Cargobull 40 Mitarbeiter vor Ort. Zum Jahrsende 2014 werden es etwa 250 sein. Etwa 20 Mitarbeiter aus der deutschen Stammbelegschaft haben das Projekt vor Ort betreut. Im Führungsteam sind vier Mitarbeiter aus Deutschland dauerhaft in Wuhan. Darüber hinaus werden chinesische Manager für die Führungscrew aufgebaut.

Die Mitarbeiter in China werden analog zum Training in Europa für ihre Aufgaben in der Fertigung geschult. Insbesondere vor dem SOP (Start of Production) gibt es intensive Trainings über die gesamte Wertschöpfungskette vom Vertrieb über die Entwicklung und Auftragsabwicklung bis zur Produktion. Chinesische Mitarbeiter wurden dabei mehrwöchig in Deutschland geschult. Für das deutsche Kernteam gab es im Gegenzug mehrstufige interkulturelle Trainings.

Marktvolumen in China: Jährlich 175.000 bis 200.000 Trailer
Der chinesische Markt steht noch am Anfang. Andreas Schmitz: „Etwa 90 Prozent der Transportunternehmer sind noch selbstfahrende Unternehmer. Eine Spezialisierung auf bestimmte Transportgüter gibt es kaum.“ Produktion und Vertrieb starten deshalb zunächst mit robusten Allround-Fahrzeugen. Mittelfristig werden aus wirtschaftlichen Gründen wie in Europa mittlere und große Transportunternehmen entstehen, die sich spezialisieren und dann spezifische Trailer benötigen. Schmitz Cargobull besitzt mit dem Know-how aus Europa die Flexibilität, diesen Bedarf zu bedienen. Außerdem rücken mit den stabilen Fahrzeugen auch die Mongolei, Russland und angrenzende asiatische Länder in den Fokus.

Regierung schließt Werke ohne Lizenz

Auf dem chinesischen Markt gibt es 400 Hersteller mit Produktionslizenz und 2.000 kleine Hersteller ohne Lizenz. Unter anderem wegen Sicherheitsthemen greift die Regierung jetzt durch und schließt einen großen Teil der Werke ohne Lizenz. Unter den großen Herstellern deckt der größte Wettbewerber etwa 15 Prozent des für Schmitz Cargobull relevanten Marktes ab. Alle anderen Konkurrenten sind mit zwei bis drei Prozent Marktanteil deutlich kleiner. Aktuell werden In China 175.000 bis 200.000 Trailer im Jahr zugelassen. Schmitz Cargobull und Joint Venture Partner Dongfeng peilen zehn Prozent Marktanteil in fünf Jahren an. Bei voller Auslastung können im Werk Wuhan bis zu 40.000 Fahrzeuge im Jahr gebaut werden.

Einige Jahre Vorsprung

Verschiedene Wettbewerber aus Europa und Amerika haben zwar angekündigt, in China aktiv zu werden. Aktuell sind es aber eher amerikanische Hersteller, die in den Markt drängen. „Aus eigener Erfahrung wissen wir aber, dass der Markteintritt längere Vorlaufzeit benötigt“, erklärt Andreas Schmitz. Den Vorteil von einigen Jahren will das Management zum Ausbau des  Marktanteiles nutzen.

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