Mehr Nutzlast für E-Trucks

Mehr Nutzlast für E-Trucks

Der Berger PerformanceEco 24LTOe ist ein idealer Trailer für elektrisch angetriebene Zugmaschinen. Dank seines kurzen Radstands und des niedrigen Eigengewichts gleicht er zwei wesentliche Nachteile der Zero-Emission-Technologie aus – unschlagbare Kaufargumente für Transportunternehmer Volker Nuss.

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Die Dekarbonisierung der Transportflotten schreitet mit großen Schritten voran. Immer öfter entscheiden sich Flottenbetreiber für batterieelektrische Zugmaschinen, um lokal emissionsfrei und ohne CO2-Ausstoß Güter zu befördern. So auch die Spedition Nuss aus Wörth am Rhein. In den kommenden fünf Jahren will Volker Nuss, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, zwei Drittel seiner Flotte auf E umstellen. „Wir wollen immer ganz vorne mit dabei sein – vor allem, wenn es um Nachhaltigkeit geht“, sagt er. Doch die saubere Antriebstechnologie besitzt auch Nachteile. Etwa das hohe Eigengewicht, das die maximale Zuladung verringert – trotz der Auflastung von Zero-Emission-Transportlösungen um zwei Tonnen auf 42 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Abhängig von der jeweiligen Konfiguration des Antriebs und vor allem von der Kapazität der Traktionsbatterien kann es bis zu drei Tonnen betragen.

„Wir wollen immer ganz vorne mit dabei sein – vor allem, wenn es um Nachhaltigkeit geht“
Volker Nuss, geschäftsführender Gesellschafter Spedition Nuss

Eine weitere Tücke steckt im Detail. Der Gesetzgeber hat zwar das zulässige Zuggesamtgewicht erhöht, aber nicht die Achslasten. Somit ist auch weiterhin bei 11,5 Tonnen Last auf der Antriebsachse Schluss. Eine Vorgabe, die oft schon bei herkömmlichen Zugmaschinen, die gut und gerne drei Tonnen leichter sind als vergleichbare E-Modelle, kaum Reserven bietet, sofern Transporteure die Zuladung vollständig ausreizen. In Kombination mit einer batterieelektrischen Zugmaschine und zwei Tonnen Gesamtgewicht on top sind bei Vollauslastung die höchstzulässigen Achslasten schnell überschritten. „Viele Flottenbetreiber haben noch gar nicht realisiert, dass die Achslastverteilung bei Sattelzügen mit batterieelektrischer Zugmaschine ein Problem sein kann“, sagt Volker Nuss. 

Technischer Kunstgriff verhindert Überladung der Lkw-Antriebsachse
Dieses Problem lässt sich aber mit einem technischen Kunstgriff lösen. Wie das gelingt, hat Schmitz Cargobull zur IAA TRANSPORTATION 2024 an einem Prototyp demonstriert. Der Berger PerformanceEco 24LTOe besitzt einen auf 5.740 Millimeter gekürzten Radstand (Abstand von Kingpin bis zur ersten Achse). Das sind mehr als 500 Millimeter weniger als im Standard. Der Ladungsschwerpunkt verschiebt sich dadurch in Richtung Aufliegerheck und -fahrwerk, das ausreichende Achslastreserven bietet.
Die Auflieger des Tiroler Leichtbauspezialisten sind ohnehin wegen ihres marktführend niedrigen Eigengewichts für den Einsatz in Verbindung mit einer E-Zugmaschine besonders geeignet. Schon in der Basisversion ist der Berger PerformanceEco eine gute Tonne leichter als vergleichbare Standardausführungen. In Kombination mit der Auflastung des zulässigen Gesamtgewichts um zwei Tonnen gleicht er das Mehrgewicht des Zero-Emission-Antriebs aus.

Beteiligung von Schmitz Cargobull an Berger stärkt Vertrauen
Klare Sache für den nachhaltig und wirtschaftlich denkenden Unternehmer Nuss: „Ich habe den Berger-Curtainsider auf der transport logistic gesehen. Das Konzept mit dem kurzen Radstand hat mich sofort überzeugt und die Beteiligung von Schmitz Cargobull an Berger hat mein Vertrauen in die Fahrzeugtechnik zusätzlich gestärkt“, berichtet er. Gleich zehn Einheiten hat er beschafft. Mit ihnen wird er schweres Ladegut wie Getränkevollgut, Papierrollen und Altpapier sowie Automotive-Antriebsbatterien im Umkreis von rund 200 Kilometer um den Standort Wörth am Rhein fahren. Als Zugmaschinen sind E-Lkw vorgesehen, deren Akkus eine Kapazität von 400 kWh besitzen – Leergewicht: 9.570 Kilogramm. Die Berger-Trailer bringen mit der vergleichsweisen umfangreichen Ausstattung der Spedition Nuss knapp 5.400 Kilo auf die Waage. Unterm Strich ergibt das eine Nutzlast von rund 27 Tonnen bei 42 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. „Die hohe Zuladung ermöglicht uns beispielsweise, im Getränketransport drei zusätzliche CHEP-Paletten mitzunehmen und spart uns so jede 20. Fahrt. Das Ladungsplus ist auch ein starkes Verkaufsargument gegenüber unseren Kunden“, argumentiert er. 

Neben der Gewichtsoptimierung spielt für Unternehmer Nuss auch die digitale Ausstattung eine wichtige Rolle. Ein weiterer Vorteil der Beteiligung von Schmitz Cargobull an Berger ist, dass die Leichtbau-Trailer „Made in Tirol“ nun im Standard mit Cargobull-Telematics-Einheit ausgerüstet sind. Auch diese wird die Spedition Nuss fortan nutzen – vor allem, um die Uptime der Trailer zu maximieren. „Die Telematik von Schmitz Cargobull bietet unserer Werkstatt den Vorteil, fehlerhaften Reifendruck und technische Defekte frühzeitig zu erkennen und zu beheben – noch bevor es zum Fahrzeugausfall kommt“, erklärt er.

Schmitz Cargobull Aufbauten erweitern Einsatzspektrum
Der Berger PerformanceEco sammelt noch weitere Pluspunkte, unter anderem weil alle Berger Trailer nun grundsätzlich Aufbauten von Schmitz Cargobull tragen. Darin eingeschlossen sind neben Ausführungen wie der Mega mit hydraulisch betätigtem Hubdach und die aerodynamisch optimierte EcoGeneration sowie auch PowerCurtain und Aufbauten mit einsatzspezifischen Ladungssicherungszertifikaten. „Mit der Einführung einer Schnittstelle zwischen Berger-Chassis und den Aufbauten von Schmitz Cargobull haben wir die Einsatzbereiche und den Kundennutzen der Trailer deutlich erweitert, ohne deren Leichtbau-DNA aufzugeben“, erläutert Matthias Muffert, Produktmanagement-Leiter General Cargo bei Schmitz Cargobull. 

„Mit der Einführung einer Schnittstelle zwischen Berger-Chassis und den Aufbauten von Schmitz Cargobull haben wir die Einsatzbereiche und den Kundennutzen der Trailer deutlich erweitert, ohne deren Leichtbau-DNA aufzugeben“
Matthias Muffert, Produktmanagement-Leiter General Cargo bei Schmitz Cargobull

Auch Volker Nuss nutzt bereits seit einiger Zeit an seinen Trailern von Schmitz Cargobull den PowerCurtain, der eine Sicherung der formschlüssig gestauten Ladung ohne Einstecklatten ermöglicht. „Wenn wir zehn Fahrzeuge mit Papierrollen vorladen, sparen wir dadurch eine Stunde Arbeitszeit. Das ist ein geldwerter Vorteil“, argumentiert der Unternehmer. Für ihn steht fest: Die Investition in die Trailer von Berger zahlt sich für ihn aus und steigert darüber hinaus die Attraktivität des Einsatzes elektrisch angetriebener Zugmaschinen. So sind die Fahrzeuge ein weiterer wichtiger Treiber für die Flottentransformation hin zu einem emissionsfreien Transport.
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Das Unternehmen
1934 gründete Otto Nuss, der Großvater des heutigen geschäftsführenden Gesellschafters die Spedition Nuss. Er begann mit Holztransporten und der Beförderung von Stückgut für die Deutsche Reichsbahn – seinerzeit noch per Pferdefuhrwerk. 1955 übernahm Sohn Günter Nuss das Unternehmen, 1990 stieg Volker Nuss als Gesellschafter ein. Heute leitet er gemeinsam mit Geschäftsführer Alexander Ditz das mittelständisch geprägte Transport- und Logistikunternehmen mit Sitz in Wörth am Rhein. Seither ist die Belegschaft auf 180 Mitarbeiter angewachsen. Das Firmengelände umfasst 40.000 Quadratmeter Lagerflächen, hinzu kommen 15.000 Quadratmeter an Standorten in Kandel und Herxheim (Rheinland-Pfalz). Die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum. Im vergangenen Jahr kaufte Volker Nuss das 46.000 Quadratmeter große Areal des Automobilzulieferers Forvia in Hagenbach. 

Der Stammsitz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Werk von Daimler Truck. Für den Lkw-Hersteller fährt die Spedition Nuss unter anderem Just-in-Sequence-Verkehre. Auch einer der größten deutschen Getränkehersteller sowie eine Papierfabrik in der Nähe gehören zu den Auftraggebern. Die Spedition Nuss versteht sich als Komplettanbieter und setzt auch komplexe Projekte im Bereich der Kontraktlogistik um. In der Spitze zählte die Flotte der Spedition Nuss 100 Sattelzugmaschinen und 160 Trailer. Heute hat Volker Nuss die Zahl der eigenen Zugmaschinen auf 44 und der Trailer auf 110 verringert – die Ursache hierfür ist der in der Region stark ausgeprägte Fachkräftemangel. Aus diesem Grund hat sich der Unternehmer auch dazu entschieden, nur noch regionale Touren zu fahren. „Es ist leichter, Berufskraftfahrer zu finden, wenn sie abends zu Hause schlafen können“, erklärt er. Fest eingesetzte Subunternehmer verstärken die eigene Mannschaft.