Auf gutem Kurs
Als Geschäftsführer der Rubetrans Logistics GmbH & Co. KG hat Florian Runden klare Vorstellungen und klare Ziele: „Wir möchten Logistik neu denken und beweisen, dass die Branche sehr wohl zukunftsfähig und nachhaltiger agieren kann. Dafür braucht es die One Power Strategy mit Elektroantrieb ebenso wie die Transportbündelungen durch Eco Liner und Quellgebiets-Cross Docking.“ Beim Logistikunternehmen mit Sitz in Steinfeld im Oldenburger Münsterland ist die Ausrichtung an den europäischen Klimazielen gesetzt. Rubetrans Logistics ist Teil der familiengeführten Runden Group, die insgesamt neun Gesellschaften umfasst – alle agieren in unterschiedlichen Branchen, aber mit dem Leitbild des EU Green Deal als gemeinsame Basis.
„Wir möchten Logistik neu denken und beweisen, dass die Branche sehr wohl zukunftsfähig und nachhaltiger agieren kann.“
Florian Runden, Geschäftsführer Rubetrans Logistics
Was das im Fall der Logistik-Tochter bedeutet, lässt sich am rund 80 Fahrzeuge starken Fuhrpark eins zu eins ablesen: Durch den Einsatz von Eco Linern beziehungsweise Lang-Lkw spart Rubetrans Logistics mitunter ein komplettes Fahrzeug pro Tour, und antriebstechnisch halten nach LNG-Lkw mit Biomethan nun mehr und mehr Elektrofahrzeuge Einzug. Auf lange Sicht will Rubetrans Logistics den gesamten Fuhrpark auf alternative Antriebe umstellen, mit Batterieelektrik als klarem Favorit und dazu vorzugsweise grünem Strom aus einer eigenen Photovoltaik-Infrastruktur.
E-Antriebe für Zugmaschine und Trailer
„Die Transformation von Diesel und LNG hin zu elektrischen Antrieben bezieht sich bei uns nicht nur auf die Zugmaschinen, sondern auch auf die Kühlauflieger“, erläutert Florian Runden. Da fügt es sich perfekt ins Bild, dass Rubetrans Logistics Mitte 2023 den ersten vollelektrischen Kühlauflieger S.KOe COOL von Schmitz Cargobull in Dienst gestellt hat, just nachdem die Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung vom Kraftfahrtbundesamt vorlag. Charakterisiert wird der S.KOe COOL durch die Kombination aus Generatorachse, Hochvoltbatterie und elektrischer Kältemaschine S.CUe mit integrierter Leistungselektronik (weitere Informationen gibt es hier).
„Nachhaltigkeit hat bei uns als Familienbetrieb eine große Bedeutung.“
Fabian Diekmann, Fleet Manager, Rubetrans Logistics
Auf den Erstling, vorwiegend im Hub-to-Hub-Verkehr unterwegs, folgten im Frühjahr 2024 zwölf weitere S.KOe COOL, einer kommt im Gespann mit einem batterieelektrischen Volvo FH Electric zum Einsatz. Voraussichtlich im Juni 2025 folgen zwei weitere Komplettzüge aus Mercedes-Benz eActros und S.KOe COOL im Transport zwischen Quellgebiets-Cross Docking und Zentrallager des deutschen Lebensmittel-einzel¬handels (LEH).
Fabian Diekmann, Fleet Manager bei Rubetrans Logistics, betont: „Kraftstoff- und CO2-Ersparnis sind die Hauptgründe für die Anschaffung der Fahrzeuge. Nachhaltigkeit hat bei uns als Familienbetrieb eine große Bedeutung und das auch in vielen anderen Bereichen unseres Unternehmens. Wir sind froh, die Elektrifizierung des Güterverkehrs weiter vorantreiben zu können und damit richtungsweisend für die gesamte Transportbranche zu agieren.“
Ein Konzept auch im Sinne der Fahrer
Nicht zuletzt sind die Fahrer von den emissionsfreien und extrem leisen Kühlzügen begeistert, wie Florian Runden unterstreicht: „Ein insgesamt ruhigeres Fahren und spürbar weniger Vibrationen hören wir als Feedback sehr häufig. Bei Ladezeiten und Reichweiten ist zwar verstärktes Mitdenken und Organisieren gefordert, aber insgesamt sind die Meinungen eindeutig: Keiner der Elektro-Fahrer möchte wieder auf einen Verbrenner zurück.“
Überhaupt stehen die Fahrer bei Rubetrans Logistics hoch im Kurs, sei es bei Fahrzeugauswahl und -ausstattung, regelmäßigen Schulungen oder der Grundsatzfrage nach Einsätzen im Nah- oder Fernverkehr. Entsprechend gering ist die Fluktuation, ganz im Gegenteil: Viele Berufskraftfahrer sind seit Gründertagen dabei und langjährige Arbeitsjubiläen gibt es häufig zu feiern.
Apropos Gründertage: Der stetig wachsende Werksverkehr der Waden & Runden OHG mit frischen Eiern war für Seniorchef Bernhard Runden der Grund, innerhalb der Firmengruppe im Jahr 1992 die Rubetrans Transport GmbH als zusätzliche, eigenständige Spedition aufzustellen. Der Übergang von der ersten zur zweiten Generation, von Bernhard Runden hin zu Lisa und Florian Runden, folgte 2020. Damit einher ging die Gründung der Runden Group als übergreifende Holding-Gesellschaft, gefolgt von der Umfirmierung der Logistik-Tochter zur aktuellen Rubetrans Logistics GmbH & Co. KG.
Über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft
„Wir sind langjähriger Kunde von Schmitz Cargobull“, bekräftigt Florian Runden, „wenn man den früheren Werksverkehr mit einrechnet, bestimmt 50 Jahre. Das war schon immer eine sehr gute, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit.“ Aus der gewachsenen Partnerschaft heraus nutzt Rubetrans Logistics heute nicht nur Aufbauten, Anhänger, Auflieger sowie Telematikanwendungen von Schmitz Cargobull, sondern ist auch auf einem weiteren Gebiet ein echter Spezialist: Die eigene Werkstatt mit DEKRA-Prüfstelle umsorgt nicht nur sämtliche Zugmaschinen und Motorwagen, vom klassischen Diesel bis zum Elektro-Lkw, sondern kümmert sich als Regiewerkstatt von Schmitz Cargobull auch um die komplette Kühltechnik – die brandneuen S.KOe COOL eingeschlossen.
Die Cross Docking Strategie von Rubetrans
Ausgefeilte Logistik als Erfolgsrezept
Die zertifizierte Lagerlogistik spielt bei Rubetrans Logistics eine bedeutende Rolle – mit reduzierten Prozessschritten und verkürzten Transportwegen dank Quellgebiets-Cross Docking als wesentlichem Faktor. Neben dem Umschlag und der Konsolidierung vorkommissionierter Ware können Lieferanten auch Bestandsware zwischenlagern und aus diesem Bestand heraus Bestellungen des Lebensmitteleinzelhandels kartongenau zusammenstellen. Mit dem mehrstufigen System minimiert Rubetrans Logistics nicht nur den Lagerplatzbedarf und die Lagerhaltungskosten, sondern gewährleistet auch geringere Durchlaufzeiten und zeitgerechte Anlieferungen mit maximaler Frische.
„Wir sind in erster Linie Dienstleister im Quellgebiets-Cross Docking des deutschen Lebensmitteleinzelhandels in den Kategorien Frische und Ultrafrische.“
Florian Runden, Geschäftsführer Rubetrans Logistics
Als positiven Nebeneffekt spart die Bündelung der Transporte auch CO2-Emissionen ein. Neben der Ein- und Auslagerung übernimmt Rubetrans Logistics auch weitere Services, angefangen von der Lagerbuchführung bis zu Qualitätskontrollen gemäß Kundenvorgaben und Retourenmanagement. Tracking & Tracing sowie die Temperatur-Rückverfolgung sind selbstverständlich ebenfalls geboten.
Auf Basis der eigenen Trocken- und Frischelager und der spezialisierten Flotte bedient Rubetrans Logistics an 365 Tagen im Jahr den deutschen Markt und agiert außerdem im Fernverkehr: Vorrangig nach Österreich, Belgien, Dänemark und Tschechien sowie in die Niederlande und die Schweiz.
Angesprochen auf die momentan größten Herausforderungen, steht für Florian Runden die Kostenspirale im Vordergrund: Steigende Lohnkosten, hohe Energie- und Mautkosten sowie anziehende Preise für Lkw, Anhänger und Auflieger. Als Gegenmittel und zugleich größte Zukunftsthemen in der Kühllogistik sieht er einerseits elektrifizierte und vernetzte Logistikimmobilien. Das zweite große Themenfeld in den Augen des Logistikprofis: „Die weitere Bündelung, Digitalisierung und Dekarbonisierung der Warenströme.“ Was in diesem Zusammenhang die Schlüsselbegriffe Quellgebiets-Cross Docking, Track & Trace und Elektrifizierung anbelangt, ist Rubetrans Logistics bereits auf dem besten Weg.
